Infrarotheizung im Wohnmobil: sinnvolle Ergänzung oder Spielerei?
Ob eine Infrarotheizung im Camper sinnvoll ist, bleibt letztlich eine individuelle Entscheidung. Wer meinen Blog regelmäßig verfolgt, wird vermutlich stutzen: Eigentlich betone ich immer wieder, dass ich autark stehe und keinen Landstrom benötige.
Das ist grundsätzlich korrekt und daran wird sich auch in Zukunft wenig ändern. Da meine Solaranlage jedoch so großzügig dimensioniert ist, dass wir selbst im Winter kaum auf externe Stromquellen angewiesen sind, ergibt sich bereits ab Ende März ein deutlicher Energieüberschuss.
Effiziente Nutzung von solarem Überschuss
Warum diesen Strom also ungenutzt lassen? Mein Gedanke war: In der Übergangszeit, wenn die Sonne zwar scheint, es im Fahrzeug aber noch empfindlich kühl ist, lässt sich die überschüssige Energie hervorragend in Wärme umwandeln.
Praxistest verschiedener Systeme
Ich habe im Laufe der Zeit verschiedene Heizlösungen auf 230-Volt- und 12-Volt-Basis getestet. Die meisten Geräte boten zwar eine solide Heizleistung, glänzten aber leider auch durch einen extrem hohen Stromverbrauch. Die hier vorgestellte Infrarotheizung bildet dabei die entscheidende Ausnahme: Sie kombiniert angenehme Strahlungswärme mit einer moderaten Leistungsaufnahme (Watt), die perfekt zu meinem autarken Setup passt.
Mein absoluter Favorit:
Könighaus Infrarotheizung* – 130 Watt
Der Praxistest: 130 Watt gegen die Kühle
Als ich im Netz auf eine Infrarotheizung mit einer Leistungsaufnahme von lediglich 130 Watt stieß, war ich zunächst skeptisch. Hand aufs Herz: Von einer so geringen Leistung erwartet man im Camping-Alltag normalerweise keine Wunder. Doch die Neugier siegte, und ich habe das Gerät bestellt.
Das Ergebnis hat mich positiv überrascht. Zwar lässt sich ein komplettes Wohnmobil damit natürlich nicht auf Saunatemperaturen bringen, aber das war auch nie das Ziel. In unserem Camper ist die Heizung so platziert, dass sie gezielt den Fußraum unter dem Tisch erwärmt – und genau dort leistet sie in der Übergangszeit ganze Arbeit.
Autarkie trotz Heizbetrieb?
Das Beste daran ist die Energiebilanz, Beispiel:
- Solar-Ertrag: An einem sonnigen Wochenende in Rothenburg ob der Tauber lieferte meine Anlage weit über 300 Watt.
- Verbrauch: Die Infrarotheizung benötigt konstant nur 130 Watt.
Das bedeutet, dass die Bordbatterien trotz laufender Heizung kontinuierlich weitergeladen werden. Für meine Zwecke ist das die ideale Lösung: punktuelle Wärme über mehrere Stunden, ohne Angst haben zu müssen, dass die Akkus leer werden.
Nachtrag (Oktober 2024): Sicherheit und Wärmeabstrahlung
Ein Punkt, der mir anfangs Kopfzerbrechen bereitete, war die räumliche Nähe zu den Sitzpolstern. Infrarotpaneele arbeiten jedoch sehr gerichtet. In der Praxis zeigte sich:
- Gezielte Strahlung: Die Wärme wird fast ausschließlich nach vorn abgegeben.
- Kühle Umgebung: Die Polster seitlich und hinter dem Gerät erwärmen sich kaum.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Auch wenn die Wärmeentwicklung nach hinten minimal ist, sollte man elektrische Zusatzheizungen im Wohnmobil aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nur unter Aufsicht betreiben.

Plan B: Die lautlose Reserve für den Notfall
Neben der fest installierten Lösung habe ich mir ein weiteres Gerät als Backup zugelegt: einen zweistufigen Infrarot-Standheizstrahler (400/800 Watt). Mein Gedanke dabei: Was passiert, wenn die Hauptheizung im Winter plötzlich ausfällt?
Dieses Gerät bietet zwei entscheidende Vorteile für den mobilen Einsatz:
- Absolute Stille: Da der Strahler lüfterlos arbeitet, verursacht er keinerlei Betriebsgeräusche – ideal für eine ruhige Nacht.
- Geringe Anlaufströme: Mit einer Leistungsaufnahme ab 400 Watt lässt sich der Strahler selbst auf Campingplätzen mit sehr schwach abgesicherten Stromkreisen problemlos betreiben.
Autarkie vs. Notfallbetrieb
Man muss ehrlich sein: Ein reiner Autark-Betrieb über die Bordbatterien ist bei 400 Watt Leistung natürlich zeitlich begrenzt. Dennoch reicht die Kapazität (voller Akku vorausgesetzt) moderner Anlagen aus, um im Ernstfall einige Stunden oder eine kritische Nacht zu überbrücken. Da Infrarotwärme sofort wirkt, muss das Gerät zudem nicht im Dauerbetrieb laufen, um ein angenehmes Wärmegefühl zu erzeugen.
Mein Fazit zur Reserve: Ein kompakter und lautloser Sicherheitsanker, der sowohl am Landstrom als auch (kurzzeitig) über den Wechselrichter eine gute Figur macht. Link*
Die oben vorgestellten Heizkörper sind für kleine Räume gut zu gebrauchen und, Landstrom vorausgesetzt, auch im Camper zu verwenden.
Dass solche Heizungen im Camper nur unter Aufsicht verwendet werden sollen, ist natürlich selbstverständlich.
Links zu den im Bericht vorgestellten Produkten:
• Könighaus Infrarotheizung* – 130 Watt
• Infrarot-Standheizstrahler (400/800 Watt)
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