Wie im Bericht Frühjahrstour in den Niederlanden bereits erwähnt, haben wir unsere Tour in den Niederlanden und Norddeutschland wegen schlechtem Wetter abgebrochen. Unsere Tour führt uns daher jetzt in den Süden.
Samstag, der 20.04.2024 Anfahrt Südfrankreich 2
Heute gibt es nichts Nennenswertes zu berichten. Wir nehmen die Autobahn, obwohl wir Zeit haben und die Landstraße nehmen könnten. Aber es zieht uns nach Süden und wir wollen schnell dahin. Da ich beim Fahren über eine gute Kondition verfüge, fahren wir die 800 Kilometer an einem Tag. Wir machen alle zwei Stunden eine kurze Pause und kommen sehr gut voran. Mein Vorhaben nach Lyon einen Stellplatz anzufahren, verwerfe ich, da ich mich noch topfit fühle. Und so kommen wir am späten Abend in Salin-de-Giraud an. Wir wollen hier auf dem Campingplatz einige Tage bleiben. Da es schon sehr spät ist, hat der Campingplatz wie erwartet schon geschlossen und so verbringen wir die Nacht auf dem Stellplatz in der Ortsmitte. Der Platz ist für eine Nacht OK, aber für längere Zeit möchten wir dann schon lieber auf einem Campingplatz, da das Wohnmobil hier sicher steht, wenn wir mit den Fahrrädern unterwegs sind.
Sonntag, der 21.04.2024 Salin-de-Giraud
Wir haben am Stellplatz hier in Salin-de-Giraud sehr gut geschlafen. Als wir mit dem Frühstück fertig sind, fahren wir auf dem nur wenige hundert Meter entfernten Campingplatz „Camping Les Bois Flottés de Camargue“. Das Einchecken geht flott. Der sehr freundliche junge Mann an der Rezeption gibt mir auf Englisch noch einige Informationen und schon können wir unseren Platz belegen. Nach dem Einparken unterhalten wir uns mit unseren Campingplatznachbarn, welche aus den Niederlanden kommen und auch von dem schlechten Wetter geflüchtet sind. Eigentlich wollten sie sich Deutschland ansehen, sind dann aber, so wie wir auch, in den Süden geflüchtet. Anschließend machen wir einen Spaziergang, um u. a. den Campingplatz zu erkunden. Wir sind beide begeistert, der Platz wirbt mit folgenden Slogan:
„Der Campingplatz Les Bois Flottés, der an der Rhône-Mündung in Salin-de-Giraud liegt, ist mehr als nur ein Ort zum Übernachten. Unsere Architektur, die hauptsächlich aus Treibholz besteht, verschmilzt perfekt mit der natürlichen Umgebung, die uns mit dem majestätischen Salzgarten Les Salins umgibt, der in der gesamten Camargue für sein Salz berühmt ist.“ (Quelle: www.camping-les-bois-flottes.fr)
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Campingplatz





Montag, der 22.04.2024 Waschtag und Geisterstadt
Heute nutzen wir die Waschmaschine vom Campingplatz. Als wir mit Wäsche bepackt in Richtung Sanitärgebäude unterwegs sind, meine ich zu Tine. Ich fahre nun schon fast 40 Jahre mit dem Wohnmobil durch die Gegend und heute ist es das erste Mal, dass ich unterwegs Wäsche wasche. Wie kommt das? Nun, als ich noch berufstätig war, hatte ich einfach genug Kleidung für 3–4 Wochen mitgenommen. Aber jetzt im Ruhestand werden wir auch mal mehrere Monate unterwegs sein und da ist sinnvoll zwischendurch mal zu waschen. Wir haben wohl eine kleine Reisewaschmaschine dabei, aber so ist es einfacher, zumal die Wäsche auch ordentlich geschleudert wird.
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Campingplatz

Am frühen Nachmittag fahren wir mit den Fahrrädern in den Ort, um Einkäufe zu erledigen. Als wir dort ankommen, fühlen wir uns wie in einer Geisterstadt. Es sind kaum Menschen zu sehen. Als wir vor dem ersten Laden stehen, ist uns bewusst, warum man niemanden sieht. Alle Läden haben geschlossen und machen erst am Nachmittag wieder auf. Also fahren wir zurück zum Campingplatz, um nach einer Stunde nochmals in die Ortschaft zu fahren. Wir sind erstaunt, es sind immer noch kaum Menschen zu sehen.
Um zu verstehen, warum wir so erstaunt sind, wir waren vor einigen Jahren schon mehrmals hier und da konnte man noch direkt am Strand mit dem Camper stehen. Damals standen am Plage de Piémanson geschätzt 300 Campingfahrzeuge und daher war die Ortschaft auch dementsprechend besucht. (Siehe Foto aus dem Archiv.)

Dienstag, der 23.04.2024 Plage de Piémanson
Heute besuchen wir den wilden Strand von Piémanson. Wie schon im gestrigen Bericht erwähnt, standen wir vor einigen Jahren mehrmals mehrere Wochen hier direkt am Strand mit dem Wohnmobil. Das ist leider seit einigen Jahren nicht mehr möglich. Man kann wohl tagsüber hier stehen, aber am Abend muss man wieder wegfahren.
Da es heute sehr windig ist, hat Tine keine Lust, mit dem Fahrrad zu fahren, was verständlich ist, bei einer Windgeschwindigkeit von 53 km/h. Daher fahren wir mit dem Wohnmobil zum Strand und machen dort einen Spaziergang. Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Aussichtsplattform der Salzgewinnungsanlage.














Donnerstag, der 25.04.2024 Saintes-Maries-de-la-Mer
Nachdem wir gestern einen Ruhetag hatten, geht unsere Tour weiter. Das Ziel heißt Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Ort, mit seinen weißen Häusern wird meist nur Saintes-Maries genannt und gilt als heimliche „Hauptstadt“ der Camargue. Saintes-Maries ist ein bekannter Wallfahrtsort der Zigeuner. Wir starten kurz vor Mittag und kommen gegen 14 Uhr am Campingplatz La Brise de Camargue an. Da wir unterwegs oft anhalten, um Stiere, Pferde oder Flamingos zu beobachten, brauchen wir für die ca. 60 Kilometer über zwei Stunden. Gleich nach dem Einchecken, geht es erst mal in den nahe gelegen Intermarché, um unsere Vorräte aufzufüllen. Als die Lebensmittel im Wohnmobil verstaut sind, machen wir gleich einen Spaziergang am Strand und dann durch den Ort. Wir sind erstaunt, wie viele Menschen am Strand sind. Wir kennen den Ort gut, da wir schon viele Male hier waren. Dass der Ort immer gut besucht ist, das wissen wir, aber dass er an einem Donnerstag im April schon so gut besucht ist, hatten wir nicht erwartet. Unser Spaziergang führt uns nach dem Strand noch etwas in den Ort. Ich möchte mir an einem bestimmten Stand ein Stück Pizza holen. Was ich immer mache, wenn ich hier bin. Den Stand gibt es schon Jahrzehnte. Ich meine mich daran erinnern zu können, schon 1974 bei meinem ersten Besuch, hier eine Pizza gekauft zu haben. Tine bekommt eine Portion Pommes und ich bezahle lediglich 5 €. Anschließend sitzen wir noch etwas am „Place des Gitans“ und sehen den Einheimischen beim Pétanque zu. Viele Deutsche bezeichnen das in Frankreich als Volkssport auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugel-Spiel als Boule, der korrekte Name lautet jedoch Pétanque. (Quelle Wikipedia) Als wir genug gesehen haben, geht es wieder zurück zum Campingplatz. Auch dort sehen wir uns noch etwas um. Ich teste kurz die Fitnessgeräte, bevor wir es uns vor dem Wohnmobil gemütlich machen.
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Freitag, der 26.04.2024 Saintes-Maries-de-la-Mer
Heute bummeln wir einige Stunden durch Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Ort ist immer einen Besuch wert. Die weißen Häuser mit blauen Fensterläden verliehen dem Ort einen malerischen Charme. Uns gefällt es hier immer wieder sehr gut. Wir bummeln durch die kleinen Gassen mit den vielen Geschäften. Tine findet das eine oder andere Souvenir und ich besuche wieder, wie schon gestern, den Pizzastand. Das höchste Gebäude hier ist übrigens die Kirche Notre-Dame-de-la-Mer aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche wurde im 14. Jhd. zur Wehrkirche umgebaut, in der Krypta sind unter anderen Reliquien, auch die von den Gitanes verehrte Schwarze Sarah verwahrt. Vom begehbaren Dach der Kirche (kostenpflichtig) hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Wir lösen für 4 Euro pro Person eine Karte und steigen die wenigen Stufen hoch. Vor vielen Jahren waren wir schon mal hier oben, aber dieses Mal hat Tine etwas Angst. Da es sehr windig gewesen ist, hatte sie wahrscheinlich Sorge vom Dach geweht zu werden. 🙂 Als wir wieder unten waren, meinte sie, dass sie jetzt über sich selbst lachen müsse, ist die Begehung doch wirklich ungefährlich. Wir gehen weiter in Richtung Hafen, halten kurz an einem alten Karussell, von denen es in Frankreich noch viele gibt und amüsieren uns, dass auch ältere Menschen mitfahren. Am Hafen drehen wir wieder um, kaufen uns noch etwas Kaffeegebäck und es geht wieder zurück zum Wohnmobil.















Samstag, der 27.04.2024 Saintes-Maries-de-la-Mer
Leider ist es heute sehr windig, sodass die geplante Fahrradtour ausfallen muss. Daher verbringen wir auch heute den Tag in Saintes-Maries-de-la-Mer. Hier zwischen den Häusern ist der Wind erträglich. Tine kauft noch etwas ein und ich bin nochmals Kunde am Pizza-Stand. Am Abend beschließen wir aufgrund der schlechten Wettervorhersage (die nächsten Tage ist viel Regen gemeldet) auf den Besuch der Ortschaft Aigues-Mortes zu verzichten. Auch für das übernächste Ziel das Département Ardèche ist sehr schlechtes Wetter gemeldet. Also beschließen wir noch für einige Tage an die italienische Riviera zu fahren. Anschließend wollen wir noch zum Gardasee, um die Schwester von Tine zu besuchen. Nach einem Telefonat mit der Schwester ändern wir auch diesen Plan, da diese schon früher als vermutet wieder zurück nach Deutschland fährt. Also planen wir um und werden schon am Sonntag Richtung Gardasee fahren.
Sonntag, der 28.04.2024 Saintes-Maries-de-la-Mer
Es hat die ganze Nacht gestürmt. Erst am Morgen hat der Wind nachgelassen, dafür hat es nun wie vorhergesagt zu regnen begonnen. Daher bereuen wir unsere Entscheidung nicht, die Camargue zu verlassen. Wir fahren um 11 Uhr los und ich bin zuversichtlich, dass eine entspannte Fahrt vor uns liegt. Dem ist leider nicht so in Frankreich als auch in Italien haben wir wieder Stau und extrem zähflüssigen Verkehr. Daher benötigen wir für 560 km inkl. Pausen fast 9 Stunden.
Montag, der 29.04.2024 Gardasee Verwandtschaftsbesuch
Die Fahrt geht weiter, unser Ziel, ein kleines Dorf in den Bergen am Gardasee. Die Autobahn ist frei, wir kommen zügig voran. Kurz bevor wir den Gardasee erreichen, gehen wir noch einkaufen. Nach dem Einkauf fahren gut gelaunt Richtung Gardasee und freuen uns auf ein Wiedersehen mit unseren Verwandten. Wir nehmen die von Google empfohlene Strecke, welche sehr eng und kurvenreich ist. Nach 10 Kilometern enger Straße müssen wir umdrehen. Die Straße ist wegen eines Erdrutsch gesperrt. Also das ganze wieder zurück. Zum Glück gibt es eine Alternative, wir müssen einen Umweg von ca. 30 Kilometer fahren und kommen so am späten Nachmittag bei unseren Verwandten an.
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